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an dieser Seite wird von 15.08.22 bis einschl. 05.09.22 gearbeitet. Bitte beachten!!!

meine ehrenamtlichen Tätigkeiten in Aachen und Frankfurt

                   Liebe Besucher und liebe Besucherinnen,

hier werde ich über meine ehrenamtlichen Tätigkeiten in Aachen und in Frankfurt berichten und wichtige Menschen aufzählen die mich in diesen Zeiten begleitet haben. Mit einigen habe ich sogar heute noch Kontakt.

Fangen wir einmal zuerst an mit Aachen nach meinem Absturz nachdem ich die Caritas (häusliche Pflege verlassen musste:

Ja, nachdem ich erfolgreich meine komplette Geschlechtsumwandlung überstanden hatte, bedeutete das für mich auch einen kompletten Neuanfang um mich für mein weiteres Leben zu organisieren. Ich bin ja dann 1995 mit meiner damaligen Lebensgefährtin nach den Niederlanden gezogen, wo wir einen Spielplatz mit einem Streichelzoo betrieben. Anfangs war das eine sehr schöne Zeit, doch durch die viele Arbeit und das damit verbundene ständige Zusammensein lebten wir uns regelrecht auseinander. Die Arbeit wuchs uns über den Kopf und dann kam noch dazu, dass der Speeltuin (Spielplatz) weg musste, da das gesamte Anwesen an die Scouters (Pfadfinder) vermietet wurde und wir waren machtlos dagegen. Doch es kam uns aber auf einer Seite entgegen, denn wir wollten uns ja trennen ein Neuanfang kam nicht mehr in Frage. Aber wir haben uns getrennt ohne schmutzige Wäsche zu waschen.

So zog ich im August 2001 aus und ging nach Aachen. Leider habe ich meiner damaligen Lebensgefährtin alles gelassen, da ich ohne eine eigene Wohnung zu haben nach Aachen ging. Heute ärgere ich mich über meine damalige Gutmütigkeit, ihr alles zu überlassen, denn ich bin nie mehr an meine geliebten Sachen gekommen - doch ich hatte meine Ruhe und meine Freiheit was mir irgendwo dann doch wichtiger war.

Schade war es um meine, meine eigene Wanduhrsammlung von insgesamt 56 Stück, alle mit Schlaggong, alle funktionierten, teilweise richtig teure antike Exemplare.

Zuerst einmal wurde ich dann in Aachen obdachlos und übernachtete in der Herrmannsraße im Cafe Plattform - eine Einrichtung wieder einmal von der Caritas. Dort lernte ich Marie Kuss, eine Sozialarbeiterin kennen, die mir half auf die Beine zu kommen. Mit Hilfe von Spenden bekam ich bei ihr einen Job im Beratungsbüro auf  Aufwandsentschädigungsbasis. Über sie lernte ich die Aachener Franziskanerinnen kennen, die in der Obdachlosenarbeit auch sehr aktiv waren. Das war dann meine Eintrittskarte in meine ehrenamtliche Tätigkeit.

Mutterhaus am Kleinmarschiertor : Dort ist das Mutterhaus der Aachener Franziskanerinnen, sie bieten morgens immer ein Frühstück an für Obdachlose u.a. die z.B. alleine sind und wenig Geld haben, dort können Obdachlose Menschen auch kostenlos duschen und unten beim Eingang sass immer eine alte Schwester, Schwester Innoncentia bei ihr gab es Klamotten aus Spenden, die sie immer organisiert hat. Dann gab es auch eine Krankenschwester, Schwester Mu , Maria Ursula Schneider. Sie versorgte Obdachlose Menschen medizinisch, oft in Absprache mit dem Arzt und Internist Michael S - L     .Letztendlich führte es zu einer Verhaftung von ihm, die Praxis, er machte dort immer Samstags Dienst, wo er obdachlose Menschen, Junkies und Alkoholiker, er behandelte auch ohne dass diese Menschen versichert waren, verordnete Rezepte usw. Leider ging diese Sache mit diesem Arzt in die Hose, denn er verordnete auch ständig Psychopharmaka, Schmerzmittel u.ä. was ihm letztendlich das Genick brach und dem Mutterhaus viel Schaden zufügte. Er wurde verhaftet, die Praxis wurde durchsucht, das Mutterhaus wurde durchsucht und die Apropation wurde ihm entzogen. Damit kam dieser Arzt nicht zurecht und er plante einen Selbstmord der schief ging. Dr. S. - L. sprang von der Brücke und sass danach im Rollstuhl. Ja, mein Gefühl war, dass er selbst gar nicht mehr gesund war und nicht mehr zwischen gut und böse unterscheiden konnte.

Ich selbst hielt mich an Schwester Inoncentia, ich konnte sehr gut mit ihr und hatte auch ein sehr gutes Verhältnis. Durch einen damaligen 1,50 Job über das Arbeitsamt betreute ich alte Leute, die wenig Rente hatten, diese versorgte ich dann ehrenamtlich noch weiter, wofür ich viele Spenden von Sr. Inoncentia bekam. Das machte echt Spaß, wenn ich immer mal kleine Erfolge sah.

2004 jedoch ging ich ganz von Aachen weg nach Frankfurt, wo ich auch erst mal obdachlos war und unter der Brücke und dem alten jüdischen Friedhof schlief. Aber mir war bewusst, dass dieses Leben für mich kein Dauerzustand sein konnte. Zumal es schon September war und nachts teilweise schon ganz schön kalt wurde.

Schnellstens kümmerte ich mich darum, wie ich günstig an Essen und eine Wohnung kam.

So lernte ich die Tagesstätte in der Hagenstrasse kennen von der Caritas. Dort konnte ich kostenlos duschen, für 2 Euro meine Wäsche waschen und für 1,50 Euro essen. Dann las ich in der Hagenstrasse eine Stellenanzeige  "Mitarbeiter für Nachtdienst gesucht auf 450 Euro Basis" das war in der Hagenstrasse selbst. Zufällig war der Chef der Hagenstrasse gerade im Haus und ich ging sofort dahin zu ihm um mich zu bewerben, denn ich hatte ja schließlich Referenzen vorzuweisen von den Aachener Franziskanerinnen in Aachen, die auch sogar noch ganz frisch waren.

So ging ich hoch zum Chef und bewarb mich bei ihm. Dass mich die Stelle interessierte weil ich neu bin in Frankfurt und erst einmal Fuß fassen musste. Erklärte ihm, dass ich in Aachen auch Obdachlosenarbeit gemacht habe und dass er sehr gerne sich über mich erkundigen könnte im Mutterhaus in Aachen, hierfür gab ich ihm die Durchwahl von Sr. Inoncentia. Die Aachener Franziskanerinnen sagten ihm sehr viel, denn in Frankfurt gibt es ein Altenheim von den Aachener Franziskanerinnen und dann gab es noch ein Altenheim für Obdachlose in der Eschersheimer Landstrasse, das von einer Sr. Sigrid geleitet wurde, Sr. Sigrid Ehrlich auch von den Aachener Franziskanerinnen. Nach einem längeren Gespräch erzählte ich ihm meinen Werdegang u.a. auch den Vorfall von Herzogenrath wo mir die Caritas den Boden unter den Füßen weggezogen hat weil meine Geschlechtsumwandlung bevorstand. Herr Schäfer, der Chef von der Hagenstrasse verabschiedete sich von mir, dass er ein gutes Gefühl hätte, der Vorfall mit der Caritas Herzogenrath spiele bei einem 450.- Euro Job keine Rolle, ich solle aber meine Vergangenheit nicht an die große Glocke hängen. Doch zur Einstellung bräuchte ich eine Wohnung. Er würde mit Aachen Rücksprache halten und sich dann bei mir melden. Nun musste ich an mein zusammengespartes Geld ran wegen Wohnung da ich kein Anspruch auf eine subventionierte Wohnung hatte musste ich einen Makler beauftragen damit ich schnell an ein günstiges kleines Appartement zu kommen. Das ging dann sehr flott, nach einer Woche hatte ich ein kleines Appartement gefunden für satte 580 Euro warm. Dazu kamen dann nochmal 1250 Euro Maklergebühr und mein zusammengespartes Geld war alle. Ich hatte mich aber schon beim Arbeitsamt arbeitssuchend gemeldet und bekam meine Arbeitslosenhilfe oder war es schon Haartz 4 das weis ich nicht mehr genau. Die Miete wurde fast komplett vom Arbeitsamt übernommen.

Einen Tag bevor ich einziehen konnte bekam ich die Zusage von der Hagenstrasse und so konnte ich am nächsten Tag dorthin meinen Arbeitsvertrag machen.

Es schien langsam aufwärts zu gehen. Die Arbeit bzw. der Vertrag begann ab dem 15.10.2004 und war befristet bis 31.03.2005. Die Arbeitszeiten waren von abends 21.00 bis morgens um 8.00 Uhr. Sehr schnell hatte ich mich eingearbeitet und wusste mit dem Klientel gut umzugehen und wusste auch schnell was diese Menschen nachts brauchten.

Es gab dort 8 Notschlafplätze und ein Übernachtungsraum mit 45 Plätzen wo sich die Menschen aufwärmen konnten, Kaffee oder Tee die Tasse für 25ct. trinken konnten. Ganz schnell fing ich an nachts auch kleine warme Mahlzeiten anzubieten, was vor mir niemand machte, auch jetzt nicht wo ich damit anfing. Aus Resten machte ich Eintöpfe etc. Dort lernte ich morgens dann den Chef der Frankfurter Tafel kennen bot mich bei ihm auch gleich an, ehrenamtlich bei der Tafel gerne mitzuhelfen. Dann ging das mit der Tafel sehr schnell und die Freundschaft mit dem Chef half mir auch in der Hagenstrasse weiter. Dieter Freitag der Chef von der Tafel besorgte mir dann ganz schnell an den Tagen an denen ich Nachtdienst hatte mit Lebensmittel und Reste von Hotels, was gerade zur Verfügung stand ich immer so beliefert, dass ich damit kochen konnte für die Nacht ohne von der Caritas etwas nehmen zu müssen. Das bedeutete, dass meine Kasse morgens immer gut gefüllt war von der Nacht. Meinem Klientel schmeckte es immer und ich hatte immer volles Haus. Von mir bekamen auch die Menschen Essen die Hausverbot hatten. Sie durften natürlich nicht rein, doch ich machte ihnen etwas warmes zu Essen für auf die Faust und machte ihnen noch ein Lunchpaket für die Nacht zurecht.Alle bezahlten, ausser wenn jemand wirklich kein Geld hatte, gab es was zu Essen. Diese Art wussten viele zu schätzen. In den Monaten wo ich Nachtdienst hatte, hatte ich nicht einmal einen Polizeieinsatz notwendig. Es kommt immer darauf an, wie du mit einem Menschen umgehst und anscheinend habe ich alles richtig gemacht.

An den Tagen wo ich keinen Nachtdienst hatte, war ich mit der Tafel aktiv und es war dann so, dass ich täglich für die Tafel unterwegs war. Als April mein Nachtdienst zu Ende ging, bot mir die Caritas eine halbe Stelle als Küchenleitung für die Abendküche an. Zuerst noch 3 Monate auf 450 Euro Basis. Dann sollte ich die halbe Stelle antreten, doch ohne Religion keine Chance. Ich bot ihnen an, evangelisch zu werden - nein es müsse katholisch sein. Ich habe mich auf nix eingelassen und ging. Die Tafel freute sich, denn jetzt hatte ich noch mehr Zeit für die Tafel.

Zwischenzeitlich hatte ich schon die nächsten Fäden gezogen aber bei der Diakonie, damals am Affentorplatz bei Lazarus Wohnungslosenhilfe. Dort wurde ich auch wieder ehrenamtlich aktiv und dann paralell noch die Tafel. So war ich immer bestens mit Essen versorgt und konnte andere bedürftige Menschen sehr gut versorgen und auch viele Senioren im Altenheim und zu Hause. Wo es etwas zu tun gab, da war ich vor Ort, was mir auch einen sehr großen Respekt eingebracht hatte. 

2007 machte ich nur noch sporadisch ehrenamtlich etwas für die Tafel und 2008 fuhr ich nur noch Samstags den ganzen Tag für die Tafel. 2010 als Dieter Freitag nach einer schweren Krebserkrankung verstarb, gab ich meine ehrenamtliche Tätigkeit bei der Tafel komplett auf, denn ich hatte jetzt meinen festen Job in der häuslichen Alten -  u. Palliativpflege.

Die Zeiten von der Diakonie, der Caritas und der Tafel daran erinnere ich mich sehr gerne. So habe ich heute immer noch echte Freundschaften die immer noch andauern. Z.B. mit Dagmar Heintz, mit Willi Prößer und mit Birgit Pankritz das ist doch schön, dass es immer noch Menschen heute 2022 gibt aus meinen alten Zeiten.

 

 Euer

Daniel - Thomas Müller

 

 

Sehr schade finde ich, dass ich jetzt 63 Jahre alt werde und keine ehrenamtliche Tätigkeit habe. So gerne würde ich etwas machen im Seniorenbereich, wo ich aber auch meine Freiheit hätte, die Termine freiwillig zu organisieren. Deswegen, weil ich halt leider nicht mehr so gesund bin und deswegen eingeschränkt bin. Es müsste eine leichte Beschäftigung sein, keine festen Termine da meine Einsätze tages Abhängig wären da diese sehr verschieden sind. Manchmal geht es so gut und ich bin so fit, dass ich Bäume ausreissen könnte und manchmal lieg ich so platt, dass ich nicht aus dem Bett komme. Trotzdem halte ich an meiner Vorstellung fest.

Nun steht uns ja auch noch der Umzug bevor und wenn wir diesen wirklich unter Dach und Fach haben, dann will ich mich meinem Plan nochmal stellen und den nächsten Versuch in oder mit einer sozialen Einrichtung starten. Für einigermaßen gute Wettertage hätte ich meinen Elektroroller zur Verfügung, da bräuchte mich Monika dann auch nicht irgendwohin zu fahren.

Nun steht aber noch zuerst ein Termin bei Katharina an, ihr mein Angebot zu machen, wegen der kompletten Wohnungsreinigung bei Auszug. Ihr das anzubieten hat mehrere Gründe. Erstens kennen wir sie gut, wissen wie sie arbeitet, zweitens hat sie in der Zeit in der ihr Mann "krank" war, komplett hinter ihm gestanden und eine immense Arbeit und Belastung übernommen, damit ihr Mann wieder fit werden konnte um in der Gesellschaft wieder seinen Beitrag zu leisten. Drittens muss man ein solches Engagement einfach anerkennen und honorieren. Diese beiden Sie und ihr Mann sind einfach ein saustarkes Team und deswegen hoffe ich, dass wir gemeinsam zu Rande kommen dieses Vorhaben zu planen.

Euer

Daniel - Thomas Müller

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