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meine Mutter besuchen

seit längerem will ich schon meine Mutter auf dem Friedhof auf dem Rosenberg in Burgalben besuchen. Früher als ich noch weiter wohnte, war ich öfters bei ihr am Grab, was meine Pflicht war. Doch seitdem mein Erzeuger neben ihr liegt war ich noch nicht dort, deswegen schäme ich mich, weil sie wieder einmal unter ihm bzw. neben ihm leiden muss. Das belästigt mich sehr.

Warum schaffe ich es denn nicht ? Ganz einfach, ich habe Angst wenn ich dort am Grab bin und alle diese Grausamkeiten kommen wieder hoch die mir der Erzeuger angetan hat. Angst ob meine Monika damit umgehen kann, wenn ich dort ausraste oder Sachen mache auf der Seite vom Erzeuger die man eigentlich nicht tut. Das will und kann ich ihr nicht antun.

Ich möchte da jetzt gar nicht näher ins Detail gehen um Dich nicht zu erschrecken. Der Mensch hat in seinem Leben soviel schlimmes angerichtet, dass keine Strafe in Frage kommt, diesen Misshandlungen gerecht zu werden.

Meine liebe Mutter,

gerne würde ich Dich besuchen.

Am Grab wo ich schon oft

bei Dir war.

Doch jetzt,

jetzt stinkts im Umfeld,

so schlimm, 

dass mir die Luft genommen wird.

Nein Du stinkst nicht Mutter,

es ist der verwesende Misthaufen,

der verwesende Misthaufen neben Dir.

der verwesende Misthaufen,

der anderen nicht ein Leben gegönnt hat.

der mit sich selbst nicht zufrieden war,

gelogen, geschlagen, misshandelt, getreten und gebissen-

das waren die Erfahrungen mit ihm

keine Liebe oder mal anlehnen

nichts dergleichen.

Er der Herrscher und Richter

über alle, die nicht sein denken verkörperten.

meine Mutter, ich schäme mich

dass ich den Weg zu Dir im Moment nicht schaffe.

Vielleicht später,

später wenn der Misthaufen von Maden aufgefressen ist,

vielleicht fressen sie auch meine Gedanken an jahrelange Angst auf

so alles schlimm fort,

so,

so dass ich wieder unbeschwert zu Dir zu Besuch kommen kann.

So wie früher wenn Du in der Krankenhäusern gelegen hast.

Ob in Mainz oder Rüsselsheim,

da hab ich keinen Weg und keine Müh gescheut um nah bei Dir zu sein

ohne dieses kranke Vieh

denke gerade jetzt an diese Besuche, zehre von dem Kaffee den ich mitbrachte

zehre von den Besuchen nur so lange

bis der Misthaufen neben Dir endlich wieder fort ist.

Euer 

Daniel-Thomas Müller

26.03.2022