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"die

Kirche

der

Scheinheiligen"

 

 Liebe Besucher,

eigentlich sollte ich für dieses Thema gar keine Seite opfern, denn es ist das nicht wert. 

Doch ich schreibe darüber, gerade weil ich 1988 in Aachen auch ein Opfer dieser seltsamen Vereinigung geworden bin, für die kath. Kirche war ich von heute auf morgen kein guter Pfleger mehr und den Patienten nicht mehr zuzumuten. Meine Träume, mein Leben alles wurde von einem dummen an der Welt vorbeilaufenen alten hirnbrüchigem Pfarrer zerstört.

Der "Tathergang";

damals arbeitete ich in Herzogenrath bei der Caritas in der häuslichen Pflege. Es war eine sehr anstrengende aber liebe demente Frau, die mit ihrem Mann zusammen noch im Haus lebte. Der Mann, ein ganz lieber Mensch, half mit, ihr das Leben so angenehm wie möglich zu gestalten. Ich machte dort eine Pflege rundum, was bedeutete morgens die Dame zu waschen, aus dem Bett zu holen, Medikamente zu richten, Frühstück machen und anreichen. Oft hatte aber auch der Mann schon das Frühstück für uns gemacht, wenn ich die Dame gerade wusch oder duschte. Manchmal fuhr er auch mit dem Fahrrad zum Bäcker und holte frische Brötchen.

Der Mann selbst war eigentlich mit 86 Jahren noch einigermaßen rüstig und ging einem lebendigen Hobby nach worin er aufging. Er züchtete mit viel Liebe Vögel, viele verschiedene Arten an denen sein Herz hing. Dafür hatte er draußen eine riesige Voliere gebaut, die für Sommer, Winter und regen zu verwenden war. Er hatte dafür mit 80 Jahren sein Auto verkauft und das ganze Geld steckte er in den Bau und noch etwas mehr dieser Voliere.

Ich versorgte dann den Haushalt mit Geschirr, Wäsche, bügeln und putzen - eben alles was dazu gehört. Jeden Tag kochte ich auch für die beiden, musste aber immer auch mitessen. Es war ihnen und den Angehörigen wichtig, dass jeden Tag frisch gekocht wurde, nichts aus der Dose oder dem Imbiss. Da ich zu dieser Zeit der einzige war, der auch einen Hauswirtschaftlichen Abschluss hatte mit Pflege kam ich in diesen Genuss dieses netten Paares. Mein Dienst war dann so eingeteilt, im 14 Tagerythmus. Das bedeutete ich hatte zwei Wochen täglich Dienst am Stück von morgens 7.00 Uhr bis abends 19.30 Uhr und dann zwei Wochen frei. Da war dann die eine Tochter da. Das funktionierte alles prima und wie gesagt, ich fühlte mich dort wohl. Mit dem Bus war ich morgens in 15 Minuten vor Ort.

Da inzwischen durch meine Hormonbehandlung die ersten körperlichen Veränderungen zu meiner Freude eintraten, hatte ich das Bedürfnis für ein Gespräch mit meiner Vorgesetzen, einer Nonne von dem Elisabethenorden. Der Tag und das Gespräch stand an. Ich musste morgens zu ihr ins Büro. Sie hinterfragte alles, ich erklärte und erklärte ganz offen alles, denn ich selbst war ja gut aufgeklärt über meine bevorstehende Operation, die ich ja kaum erwarten konnte. Sie sagte, dass sie das nicht entscheiden könne. Sie müsste in Merkstein beim Pfarrer ein Gespräch machen, da ja mein eigentlicher Arbeitgeber die Caritas sei und diese aber direkt dem Bistum Aachen unterstehe.

Nach vier Tagen beim Pfarrer:

Gut gelaunt bin ich mit der Nonne zu dem Pfarrer nach Merkstein gefahren. Er lies sich wieder alles von mir bis ins kleinste Detail erklären. Dann sagte er, ja so einfach wie sie sich das vorstellen geht das nicht, denn da haben wir ein großes Wort mitzureden. UPS....

Er öffnete die Schreibtischschublade und holte einen vorgefertigten Aufhebungsvertrag heraus, diesen legte er mir zum unterschreiben hin. Lächelnd nahm ich dieses Schreiben an mich, ohne zu unterschreiben. Dann folgte ein etwas unschöner Wortwechsel mit mir und dem Pfarrer wo ich mich über das Schimpfwortbudget eines Pfarrers noch dazu eines katholischen nur wundern und staunen konnte. Meine Vorgesetzte die Nonne sagte gar nichts, mit offenem Mund hörte sie zu. Bevor das ganze Gezedere eskalieren konnte verließ ich diesen Raum und diese Auseinandersetzung und machte mich mit dem Papier auf den Nachhauseweg mit dem Bus.

Natürlich war ich sehr wütend auf alle Beteiligte, vor allem über die Frechheit dass mir der Pfarrer drohte mich exkommunizieren zu lassen.

Nächsten Tag nahm ich 30 D-Mark mit und fuhr direkt nach Aachen zum Amtsgericht und trat aus der katholischen Kirche aus. Nachdem ich das erledigt hatte, fuhr ich zum Arbeitsamt und meldete mich arbeitslos. Eine Sperre bekam ich nicht aufgrund der geschilderten Situation und dem Aufhebungsvertrag den ich nicht unterschrieben hatte.

Hatte dann über eine Zeitarbeitfirma ( Persona service ) am nächsten Tag schon wieder einen Arbeitsvertrag in der Hand und fing eine Woche darauf bei der Schokoladenfabrik Lindt&Sprüngli

in Aachen im Versand an zu arbeiten. Ich kommissionierte Großbestellungen für Geschäfte. Die Arbeit machte mir Spaß und ich hatte zwei und 3 Schichten, denn es war Saison. Dieser Einsatz war auch befristet bis ca. 6 Wochen vor der letzten endgültigen Operation, denn die Brustamputation und Totaloperation hatte ich ja schon, es fehlte nur noch die Penisaufbauplastik. ( hört sich umständlich an, ich habe aber keinen Penis aus Plastik, sondern aus körpereigenem Material aus meinem Unterarm.) Diese große Operation dauerte von morgens 8.00 Uhr (Einschieben zur OP Vorbereitung bis abends 21.00 Uhr)wo mich die zwei Oberärzte von der Urologie und plastischen Chirurgie sanft aufweckten ): Gut, nun war ich nicht mehr katholisch, aber ich hatte meinen Penis. Wie überglücklich ich darüber war, dafür finde ich gar keine passenden Worte. Über drei Monate musste ich die Klinik hüten. Alleine über acht Wochen musste ich liegend im Bett verbringen.

2004 ging ich ja komplett nach Frankfurt zurück und arbeitete anfangs bei der Caritas in einer Obdachloseneinrichtung. Es war im Nachtdienst mit Notschlafplätzen, Kaffee, Kaltgetränken und wenn da war, gab es auch etwas zum Essen. Gleich zu Anfang erklärte ich, dass ich keine Religionszugehörigkeit habe und dass ich eine Geschlechtsumwandlung hinter mir habe, dass ich im Aachen bei den Aachener Franziskaner zuletzt in der Obdachlosenbetreuung gearbeitet habe und mein Arbeitgeber alles ehrlich von mir wusste. So habe ich mir gleich in Ruhe irgendwelche Quälereien erspart. Bei den Aachener Franziskanerinnen machte ich von 2002 bis 2004 Obdachlosenbetreuung im Mutterhaus (Kloster) und zu den Nonnen hatte ich ein sehr herzliches Verhältnis. Allerdings war auch das nur ein Minijob und Schwester Inoncentia die den Bereich unter sich hatte sie sagte immer zu mir, dass ich viel mehr Nächstenliebe inne hatte als mancher Katholik der ständig in die Kirche lief. Mein Umgang mit den Schwächeren wäre vorbildlich. Natürlich hat die Caritas in Frankfurt sich über mich erkundigt bei Sr. Inoncentia, so war mein Weg offen dort auch eine gute Arbeit zu machen.

Nun war der Nachtdienst bald zu Ende, denn die Notübernachtungen waren immer von 01. November bis 31. März, bzw. je nach Witterung auch mal bis 30. April.

Auch meine Dienstzeit nahte dem Ende, deswegen musste ich hoch ins Büro zum Chef. Dieser sagte mir, dass sie sehr mit mir zufrieden waren und mit meiner Arbeit. Vor allem auch deswegen, weil in allen meinen Diensttagen kein Polizeieinsatz notwendig war.

Ich hatte die Besucher sehr gut im Griff und ich habe auch immer etwas gekocht, gerade in einer kalten Nacht ist es schön, wenn die Kunden nachts kommen, durchgefroren sind und dann egal zu welcher Uhrzeit gab es einen heißen Eintopf zu Essen mit Brot oder Brötchen, manchmal je nach Spendenlage auch mit Einlage wie einer Rindswurst o.ä. Das gab es aber nur bei mir im Dienst, kein anderer machte sich die Mühe. Dafür bin ich aber auch an meinen Diensttagen oft nachmittags raus in die Hagenstrasse in die Küche und machte meine Vorbereitungen wie Einweichen der Hülsenfrüchte etc. so konnte ich abends dann wenn ich im Dienst war direkt mit kochen anfangen.

Jeden Abend kurz nach 21.00 Uhr kam nochmals die Frankfurter Tafel und brachte vom Vortag Brot, Brötchen und süsse Teilchen oder herzhafte Teilchen. Ich selbst war ja bei der Tafel inzwischen sehr engagiert in den Tagen wo ich kein Nachtdienst hatte. Das war für mich von Vorteil, denn ich bestellte immer schon rechtzeitig, bzw. später machte ich eine Liste mit den Tagen, wo ich Nachtdienst hatte, dass sie mir da etwas mitbringen was man kochen kann und nicht so lange dauert. So war ich immer sehr gut ausgestattet oft mit Sauerkraut und Salzfleisch, oder Kleinsolver u.v.m.

Wenn und was ich kochte interessierte die Caritas nicht, solange ich morgens die Küche wieder sauber und aufgeräumt übergeben konnte. Ich durfte auch kein Material unten aus dem Vorratslager nehmen - doch das hatte ich nie nötig, ich hatte mit der Zeit so viel, dass ich die Reste der Caritas überlassen konnte.

All das sprach nun mal für mich und dass sie mich gerne behalten würden. Sie suchten für den Abenddienst einen Mitarbeiter für eine 80% Stelle, als Küchenleiter Abenddienst. Auch dass ich jetzt kein Koch war das interessierte sie nicht, denn ich hatte mich mit de Arbeit im Nachtdienst bestens bewährt, mit ganz wenig Material ein wirklich gutes Essen zu zaubern. Aber es gab eine hohe Hürde für mich, "Keine Reigionszugehörigkeit" musste dann rüber nach Sachsenhausen zur Personalchefin von der Caritas. Sie hatte sich meine Personalakte angesehen, meine Beurteilung von den Aachener Franziskanerinnen und vor sich hatte sie mich lebendig mit Leib und Seele und ich wusste was ich wollte. Frau Becker sagte dann zu mir, dass sie mich gerne anstellen möchte, dass ich sehr gut in das Team passe und dass ich sehr gut mit dem Klientel (Obdachlosen) und auch mit den Mitarbeitern die mir zugeteilt waren sehr gut umgehen kann (  1 Euro Jobber, Ehrenamtlichen, Behinderten, Migranten überwiegend Afrikaner und ferner Osten) .  Doch um diese Stelle zu bekommen müsste ich wieder katholisch werden. Ich hörte mir diesen Vorschlag an und sagte zu ihr : "Frau Becker, ob nun katholisch oder evangelisch das sollte doch egal. Ich werde in die evangelische Kirche eintreten weil ich das Angebot gerne annehmen würde da ich mich sehr wohlgefühlt habe bei Euch. UPS es kam ein NEIN. Ich dachte ich hätte mich verhört, aber es war wirklich ein Nein. Nun habe ich ihr ein paar meiner Kollegen und Kolleginnen aufgezählt, die auch evangelisch sind.

Daraufhin bekam ich folgende Antwort :Herr Müller, das stimmt. Aber vergessen Sie nicht, dass das bei Ihnen eine ganz andere Situation ist. Aber wenn Sie es ehrlich meinen erwarten wir von Ihnen dass Sie beweisen, dass Sie dann auch ein überzeugter Katholik sind und dafür auch die erforderlichen vielen Gespräche bei einem Mitarbeiter vom Bistum bei Hr. Dr. Friedhelm Altenstetter wahrnehmen und eingestehen, dass der damalige Austritt ein Fehltritt von Ihnen war.

Nach einer Pause und überlegen hatte ich das Gefühl dass mir der Boden unter den Füßen wegbricht.

Ganz ruhig wurde ich, musste erst einmal Wasser trinken, denn mein Mund war ausgetrocknet. Ich sagte dann zu ihr :

" Frau Becker, das kann ich nicht, denn da würde ich mich und mein gesamtes Umfeld belügen und wäre todunglücklich. Jederzeit werde ich gerne sofort evangelisch, doch katholisch, das geht absolut nicht. Wissen Sie, wie schlimm das für mich 1988 war von heute auf morgen wurde mir unterstellt, dass ich ein schlechter Pfleger sei, der Boden wurde mir unter den Füßen weggerissen, ich stand von jetzt auf nachher vor einem Nichts.Vom Arbeitsamt bekam ich damals keine Sperre weil dieser Vorgang was da mit mir gemacht wurde nicht rechtens war - doch die Kirche geht halt leider ihre eigenen Wege, diese muss ich aber nicht beschreiten.

Es tut mir sehr weh Frau Becker, aber ich kann diesen Weg wie Sie ihn von mir verlangen einfach nicht mitgehen, ich hatte eine sehr schwere Kindheit, eine sehr schwere Jugend weil ich einen "scheinheiligen erzkatholischen Erzeuger hatte, der fast jeden Tag in die Kirche ging und kaum wenn er zu Hause war, da misshandelte er  meine Mutter und mich. Deswegen ziehe ich mir die katholische Kirche nicht mehr an. Ich gehe davon aus, wenn ich schon evangelisch gewesen wäre, da hätten Sie mir dieses Angebot gemacht ohne wenn und aber. Sehr schade. Machen Sie sich in Ruhe ihre Gedanken einmal darüber, meine Entscheidung werde ich nicht ändern, kann ich einfach nicht. Aber vielleicht können Sie Ihre Gründe und Vorhaben nochmal ändern. Geben Sie mir einen Termin für ein neues Gespräch oder teilen Sie mir Ihre Entscheidung telefonisch mit. Ich selbst gehe direkt morgen früh zum Börneplatz zum evangelischen Regionalverband, denn ich habe auch noch Bewerbungen laufen in der Pflege und da ist ohne Religion (egal welche) nichts zu machen.

Am nächsten Tag wurde mir von der Sekretärin der Frau Becker mitgeteilt, dass man sich leider gegen mich entschieden hat.

Natürlich hatte ich weiter viel Kontakt mit der Hagenstraasse über die Tafel,  aber sehr professionell habe ich mich benommen. Ich konnte den Verantwortlichen ins Gesicht schauen und war stolz auf mich, meinen ehrlichen Weg gegangen zu sein.

 

 

 

 Euer

Daniel - Thomas Müller

Abschließend zu diesem Artikel bleibt mir nur zu sagen, dass ich nur einer von vielen Menschen bin, der erheblich unter der Existenz der katholischen Kirche zu leiden hatte. Die Scheinheiligkeit der katholischen Kirche habe ich in erster Linie durch meinen Erzeuger erfahren und dann im engeren Bekanntenkreis dieses kranken Menschen. Er hat genauso gelogen wie es in der kath. Kirche an der Tagesordnung ist und war. Wenn ich heute daran zurückdenke, lang lang ist es schon her, ich war noch Kind und musste jeden Samstag zur Beichte zum Pfarrer. Ich wusste irgendwann gar nicht mehr, was ich ihm noch beichten sollte und hatte auch die Überzeugung, dass es ihn gar nichts angeht was mein Privatleben betrifft, weil ich gar kein Vertrauen zu diesem Mann hatte. Irgendwann hatte ich als unschuldiges Kind die Beichten so satt, dass ich zu dem Pfarrer Untersteller (so hieß der damalige Pfarrer), sagte : " Ich schäme mich, dass ich katholisch bin " Es dauerte keine drei Tage, da wusste mein Erzeuger von dieser Aussage und das kam mich schmerzhaft zu stehen. Ich bekam solche schlimme Schläge, dass ich nicht zur Schule konnte, denn ich hatte im Gesicht ein Brillenhämatom mein Rücken und Arme waren blau und schwarz von den Tritten, die ich über mich ergehen lassen musste. Wenn ich an diese Tortour zurückdenke, dann spüre ich heute noch jeden einzelnen Tritt. Er schrie durch die ganze

Wohnung dass er mir den Teufel austreiben ließe und weiß was noch alles.

Das ganze hatte zur Folge, dass ich jeden Samstag oder Sonntag  unter Zwang in die Kirche musste und er kontrollierte das auch noch.

Heute kann ich mit ruhigem Gewissen sagen und das ehrlich und ohne Anngst " Ich schäme mich dass ich überhaupt katholisch war" es war das schlimmste was mir jemals widerfahren ist, diese Taufe in Bayerffeld auf drängen meiner Oma, die aber was das Katholikentum betrifft kein Deut besser als mein Erzeuger war.

Heute mit fast 63 Jahren kann ich als normaler evangelischer Mensch einfach Mensch sein, lachen und leben so wie es mir und meinem Umfeld passt, gut tut und gefällt.

Euer

Daniel - Thomas Müller

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